Was ist Geriatrie?

Die Geriatrie ist der Zweig der Medizin, der sich mit der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter befasst. Geriatrische Patienten sind in der Regel älter als 70 Jahre. Sie sind charakterisiert durch

  • das gleichzeitige Auftreten mehrerer Erkrankungen (sogenannte Multimorbidität)
  • eine erhöhte Empfindlichkeit (Vulnerabilität) für das Auftreten zusätzlicher Leiden
  • eine Verschlimmerung bereits vorhandener Defizite
  • das Auftreten typischer Zeichen (sogenannte Syndrome) wie Hinfälligkeit, Inappetenz mit Mangelernährung, Instabilität mit Sturzneigung, Immobilität, Inkontinenz, intellektuellen Abbau oder Isolation.

Um diese komplexen Zusammenhänge zu diagnostizieren und individuell angepasst behandeln zu können, nutzt die Geriatrie neben den üblichen klinischen und apparativen Diagnoseverfahren das geriatrische Assessment.

Dabei werden durch verschiedene Testverfahren die funktionellen, hirnleistungs- und stimmungsbezogenen und motorischen Ressourcen bzw. Defizite sowie das soziale Umfeld des Patienten erfasst, um aus der Gesamtschau der Befunde eine Therapieplanung zu erstellen, die auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst ist. In regelmäßigen Treffen des geriatrischen Teams werden die Zwischenergebnisse besprochen und Anpassungen der Therapie erörtert und umgesetzt.

Ziele der geriatrischen Behandlung

Primäres Ziel ist es, dem funktionellen und psychischen Abbau entgegenzuwirken, die vorhandenen Ressourcen des Patienten zu fördern und auszubauen, um dadurch ein höchstmögliches Maß an Autonomie und Lebensqualität sowie seine soziale Integration zu erhalten.

Darüber hinaus ist es die Aufgabe der Geriatrie, den Patienten und seine Angehörigen hinsichtlich alternativer Versorgungsmöglichkeiten zu beraten und sie schon von Beginn der Behandlung an bei der Planung und Organisation der Zeit nach der stationären Behandlung zu unterstützen.