Chronik des St. Joseph-Krankenhauses

Vom Kloster St. Joseph zum modernen Krankenhaus - über 130 Jahre Geschichte

Nach dem Verfall des St. Nikolaus-Hospitals hatte in Prüm weit über 100 Jahre kein Hospital mehr bestanden.
1865erste Pläne für die Gründung eines neuen Hospitals.
1867Der Kirchenvorstand kauft Wohnhaus und Bierbrauerei Schieffer in der Tiergartenstraße in geschützter Lage, durch den Garten fließt der Tettenbach. Der Umbau zum Kloster St. Joseph wird geplant.
Eine Prümer Bürgerin, Amalie Alff, inzwischen als Schwester im III. Orden des hl. Franziskus zu Nonnenwerth, erbt von einer Tante in Prüm 10.000 Taler. Nach deren Tod stiftet sie im Sinne der Verstorbenen das Geld zur "Gründung eines rein katholischen Hospitals für Kranke, Arme, Alte und Waisenkinder" in Prüm.
1869Inbetriebnahme des Hospitals am Kloster St. Joseph, verwaltet durch ein Kuratorium, dem der jeweilige katholische Pfarrer, Mitglieder aus Kirchen- und Stadtrat und der jeweilige Bürgermeister, sofern er katholisch ist, laut Vertrag angehören sollen. Die innere Leitung der Anstalt, die Pflege und Erziehung der Waisenkinder muss katholischen Ordensschwestern, wenn immer nur möglich, des III. Ordens des hl. Franziskus übergeben werden.
1870Erweiterung um eine "Höhere Töchterschule"
1872Bau der Kapelle "Zum hl. Herzen Jesu" (1944 zerstört)
1882Ein Haushaltungspensionat wird zusätzlich eingerichtet
1890Erstellung eines Ökonomiegebäudes. Bis zur Jahrhundertwende Ausbau zu der Gesamtanlage, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges bestand, nämlich bis zur völligen Zerstörung im Jahre
1944bei einem Fliegerangriff am Heiligen Abend. Bis 1944 hatten die Franziskanerinnen von Nonnenwerth ununterbrochen im Hospital gewirkt, wie es im Vertrag von 1867 vorgesehen war. Wegen der Kriegswirren evakuiert, kehrten sie aber schon im Mai 1945 zurück, um ihre Arbeit wieder aufzunehmen.
1945Errichtung eines Notkrankenhauses im alten Finanzamt und in der Sparkasse in der Tiergartenstraße, beide Gebäude werden von der Stadt übernommen.
1949Das mühevoll aufgebaute Notkrankenhaus wird bei der Explosion eines Sprengstofflagers auf dem Kalvarienberg wieder fast völlig zerstört. Ein schwarzer Tag für Prüm!
1950
  bis
1953
Neubau des Krankenhauses; dies bedeutet für Stadt und Kreis Prüm endlich die Beseitigung eines unvorstellbaren medizinischen Notstandes.
1956Eine staatlich anerkannte Krankenpflegeschule wird genehmigt.
1958Zweiter Bauabschnitt: Kapellenflügel
1963Dritter Bauabschnitt: Schwesternwohnheim
1967Hundert Jahre nach der Gründung - bis dahin stets durch ein Kuratorium unter dem Vorsitz des jeweiligen kath. Pfarrers verwaltet, sieht sich das Gremium in dieser Aufgabe überfordert und übergibt das Haus der Trägerschaft des Caritasverbandes Trier.
1972Die Franziskanerinnen von Nonnenwerth kündigen nach über 100 Jahren segensreicher Tätigkeit in Prüm den Vertrag, da sie ihn wegen Nachwuchsmangel nicht weiter erfüllen können. Dadurch ergaben sich in der damaligen Zeit ungeheure Personalprobleme. Im gleichen Jahr erfolgt die Umwandlung in eine "St. Joseph-Krankenhaus GmbH" und Übergabe an die Aktiengesellschaft für Anstaltskredit, Köln, (Träger Caritasverband Freiburg). Dieser vertritt mit zwei Geschäftsführern jetzt die Angelegenheiten des Krankenhauses.
1978Modellplanung des neuen Krankenhauses auf dem Kalvarienberg
1979Das Baugrundstück auf dem Kalvarienberg wird auf dem Tauschwege von der Stadt Prüm erworben.
1980Am 24. August erster Spatenstich durch den Sozialminister
1984Festliche Einweihung des neuen Krankenhauses am 23. November.
1988Mit der Einweihung und Inbetriebnahme des Neubaus des St. Elisabeth Alten- und Pflegeheims wird die Zahl der betreuten Wohnplätze auf 60 erhöht.
1998Zum Jahresbeginn übernahm mit der Caritas Trägergesellschaft West ein neuer Träger die Verantwortung für das Krankenhaus.
2002Mit Beginn des Ausbildungsjahres wird der Neubau der Krankenpflegeschule in Betrieb genommen
(Mit freundlicher Genehmigung unseres ehemaligen chirurgischen Chefarztes Herrn Dr. Alfred Müller, auszugsweise aus seinem Buch: "Geschichte der Medizin im Prümer Land" entnommen.)